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Der nächste Vortrag
Termin: Ende Mai/Anfang Juni wieder auf Vortragsreise in Deutschland und der Schweiz
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Written by Gil Yaron   
Friday, 03 September 2010

An die Arbeit
 

 

Die feierliche Zeremonie zum Auftakt direkter Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern begann im State Department in Washington mit einem Patzer: Als US-Außenministerin Hillary Clinton vor zig laufenden Kameras zu sprechen begann, konnte niemand sie hören. Das versagende Mikrofon wurde schnell repariert. Fraglich bleibt, ob es den Amerikanern gelingen wird, den Nahostkonflikt ebenso zügig zu schlichten.
 
Im Nahen Osten waren gestern vor allem Hardliner hörbar. Im Iran wurde die Bevölkerung dazu aufgefordert, gegen Israel und die Verhandlungen zu demonstrieren: „Die Völker der Region werden nicht gestatten, auch nur einen Zentimeter palästinensischer Erde an den Feind zu verschachern“, sagte Präsident Mahmud Ahmadinedjad auf einer Veranstaltung vor der Universität in Teheran. Die Verhandlungen seien „dem Untergang geweiht.“ Seit der islamischen Revolution 1979 ist der letzte Freitag im Fastenmonat Ramadan, der sogenannte „Jerusalem Tag“, Kundgebungen gegen Israel und seine westlichen Verbündeten gewidmet.

Dementsprechend hoch waren gestern auch die Spannungen in Jerusalem, wo zehntausende Muslime zum Gebet auf den Tempelberg drängten, während tausende Juden in Vorbereitung ihrer Neujahrsfeiern kommende Woche zur Klagemauer in unmittelbarer Nähe strömten. Abgesehen von Spannungen an den Einfahrten Jerusalems, an denen die Polizei Palästinenser unter dem Alter von 50 Jahren die Einreise in die Stadt verwehrte, blieb die Lage jedoch ruhig.

Im Gazastreifen richteten 13 palästinensische Widerstandsorganisationen ein gemeinsames Hauptquartier, um fortan ihre Angriffe auf Israel zu koordinieren. Abu Obeida, Sprecher des bewaffneten Arms der radikal-islamischen Hamas, sagte, damit habe eine „neue Phase fortgeschrittener, gemeinsamer Anstrengungen“ begonnen. „Wir werden die Gespräche nicht zulassen. Der bewaffnete Widerstand wird das letzte Wort haben“, sagte Obeida.

In Washington herrschte hingegen vorsichtiger Optimismus: Israels Premier Benjamin Netanjahu und der palästinensische Präsident Mahmud Abbas zogen sich für ganze zwei Stunden zu einem Gespräch unter vier Augen zurück, berichtete US-Sondergesandte George Mitchell stolz. Sie hätten eine „herzliche Beziehung“, die Atmosphäre sei „positiv und konstruktiv“. Es gab auch handfeste Resultate: Man einigte sich darauf, fortan alle zwei Wochen im Nahen Osten zu Gesprächen zusammenzukommen, zum im Beisein der USA. Schon am Montag  wollen Israelis und Palästinenser in Jericho die Gespräche wieder aufnehmen, um den nächsten Gipfel in Scharm al-Scheich in Ägypten Mitte September vorzubereiten. Abbas und Netanjahu hätten zugestimmt, innerhalb eines Jahres einen Rahmenvertrag auszuhandeln, sagte Mitchell. Dieser Vertrag solle die Kompromisse in „allen Kernfragen“ festhalten. Details sollten danach von den Verhandlungsteams ausgehandelt werden. Netanjahu sagte später in privaten Unterredungen, in dieser Phase seien keine großen Verhandlungsteams notwendig. Jetzt müssten die Chefs entscheiden: „Die Presse will Schlagzeilen, ich will einen Vertrag“, sagte Israels Premier. Netanjahu und Abbas sagten unabhängig voneinander, dass sie den Rahmenvertrag ihrem Volk zur Abstimmung vorlegen würden. Bis dahin ist der Weg aber noch weit. Deswegen brach Clinton die historische Pressekonferenz nach nur knapp 15 Minuten bereits ab: „Wir gehen jetzt an die Arbeit“, sagte sie, bevor die Verhandlungsteams sich gemeinsam zurückzogen.

© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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