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Written by Gil Yaron   
Monday, 23 August 2010

Holzfäller am Hebel
 

General Yoav Galant wird schon bald einen der wichtigsten Posten im Nahen Osten bekleiden. In den kommenden Monaten soll er Israels neuer Generalstabchef werden. Galant, der im vergangenen Krieg gegen die Hamas im Januar 2009 persönlich die Panzer in den Gazastreifen führte, erklimmt die höchste Sprosse im Militär zu einer kritischen Zeit: Israel stehen an mehreren Fronten kritische Entscheidungen bevor. Der Friedensprozess mit den Palästinensern hat begonnen während das iranische Atomprogramm voran schreitet. Unterdessen rüsten Hamas und Hisbollah weiter auf. Galants Ratschläge bestimmen mit, welche Richtung Israel in den kommenden Konflikten einschlägt.

Galants Lebensweg ist eng mit dem Meer verbunden. Seine Mutter, eine Holocaustüberlebende, versuchte auf dem legendären Flüchtlingsschiff „Exodus“ aus Europa nach Israel zu flüchten. Später heiratete sie einen Scharfschützen in der israelischen Armee. Yoav wurde 1958 in einem armen südlichen Stadtteil Tel Avivs direkt an der Küste geboren. Die Idee für den Namen ihres Sohnes erhielten die Eltern von einer Militärkampagne, an der der Vater teilgenommen hatte und in der Israel im Unabhängigkeitskrieg 1948 die Negevwüste eroberte. Als Yoav 17 Jahre alt war, fiel sein Vater im Krieg. Im Jahr 1977 wurde Yoav eingezogen und machte bei den Kampftauchern der Marine Karriere. Schon in seiner ersten Dienstzeit bewährte er sich in zahlreichen Kampfeinsätzen an fernen Mittelmeerküsten. Nach sechs Jahren Wehrdienst hatte der junge Offizier erst einmal genug und zog nach Alaska, wo er als Holzfäller arbeitete.

Schnell zog es Galant jedoch zurück. Als einer der ersten wechselte er von der Marine ins Heer. Später entschied er als Militärberater des Premiers Ariel Scharon Israels Politik entscheidend mit. Geheime Informationen liefen bei ihm zusammen. Er bestimmte, was der Premier zu sehen bekam und was nicht. „In dieser Funktion lernte er die komplexen Zusammenhänge zwischen Diplomatie, Politik und Gewaltanwendung“, sagt Rechtsanwalt Dov Weinglass, damals ein enger Berater Scharons. Danach wurde Galant Kommandant von Israels Südkommando.

Als Befehlshaber im Süden plante Galant den Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen. In dieser Funktion erwies er sich als Falke. Galant soll auf die Eroberung Gazas gedrängt haben, um die Hamas zu Fall zu bringen. Galant erntete viel Respekt für den Krieg in Gaza, der Israels Süden eine lange Phase der Ruhe bescherte. Um seine Soldaten zu schützen, prägte er ein Konzept überwältigender Feuerkraft: Den Soldaten stand bei der Invasion Gazas mehr Feuerkraft zur Verfügung als je zuvor. Die Palästinenser freilich zahlten dafür einen hohen Preis: Sie hatten im Krieg mehr als 1000 Tote zu beklagen, Israel 13.

Dem Nahen Osten könnte die Ernennung Galants eine heiße Phase prophezeien. Arabische Zeitungen lamentierten die Wahl des „Metzgers von Gaza“.  Auch israelische Beobachter fürchten bedrohliche Konsequenzen: Galants Vorgänger galt als „Bremser“, der die Regierung davon abhalten wollte, den Iran im Alleingang zu bombardieren. Galant hingegen, „kennt die Grenzen und Vorzüge von Gewalt, und scheut sich nicht, sie anzuwenden“, sagte ein hochrangiger Berater des Premiers unserer Zeitung: „Die Iraner sind zurecht besorgt.“

© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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