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Written by Gil Yaron
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Monday, 23 August 2010 |
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Frieden in den Köpfen
Seit siebzehn Jahren verhandeln Israelis und Palästinenser erfolglos miteinander. Nun beginnt in Washington eine neue Gesprächsrunde. Die allseitige Skepsis ist berechtigt: Scheinbar hat sich nur wenig verändert, höchstens zum Schlechten. Die USA sind aufgrund Weltwirtschaftskrise und zwei Kriegen geschwächt. Der Iran, Schutzmacht der Extremisten, erstarkt hingegen. In Israel regiert eine rechtslastige Koalition, die ihren Premier stürzen will, sobald er Zugeständnisse macht. Die Palästinenser sind gespalten, ohne Aussicht auf Versöhnung zwischen Islamisten in Gaza und Pragmatikern in Ramallah. Das Mandat des palästinensischen Präsident Mahmud Abbas lief bereits vor acht Monaten aus, Wahlen wurden wiederholt verschoben. Vertrauen und Zuversicht sucht man allerorts vergeblich, während die Hamas weiter Hasssät. Sollten die Gespräche nicht aufgrund der Frage des Siedlungsbaus Ende September enden, drohen Raketenangriffe und Attentate der Islamisten, um Israel zu provozieren und die Verhandlungen zusammenbrechen zu lassen.
Trotz allem - es ist kein Deja Vu. Beide Seiten sind einander näher gekommen. Die Differenzen in Grenzfragen drehen sich um eine Fläche von der Größe Frankfurts. Auch die öffentliche Meinung ist in vielen Fragen pragmatischer geworden: Palästinenser haben erkannt, dass es alternative Lösungen für ihr Flüchtlingsproblem geben muss. In Israel gingen einst Hunderttausende auf die Straßen, als die Teilung Jerusalems besprochen wurde. Heute löst dieselbe Debatte bei vielen nur gelangweiltes Gähnen aus.
Die Interessenlage ist also nicht hoffnungslos. Frieden scheint greifbar nah. Das Problem ist der Weg dorthin. Denn es geht um Symbole, nicht Fakten. Israelische Existenzangst steht palästinensischer Würde gegenüber. Der eine fordert deswegen Demilitarisierung, der andere verlangt nach einer stolzen Armee. Der Tempelberg ist nicht bloß eine 144.000 qm große Immobilie, sondern Fundament der Identität beider Völker.
Diese emotionale Debatte wird nicht durch Geld und Kompromisse entschieden werden. Netanjahu und Abbas müssen jetzt nicht feilschen, sondern führen. Der Nationalepos beider Völker braucht einen neuen Kontext: Frieden ist nur mehrheitsfähig, wenn Palästinenser die Aufnahme ihrer Flüchtlinge in Palästina zum moralischen Sieg umdeuten und wenn Israelis dem Umstand, dass sie das Grab des Stammesvaters Josef in Nablus den Palästinensern überlassen, einen Gewinnen abgewinnen können. Abbas und Netanjahu müssen beide Völker mit historischen Gesten versöhnen. Nur dann sind die Lösungen, die die Bürokraten bereits gefunden haben, auch umsetzbar.
© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable |
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© 2012 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable
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