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Written by Gil Yaron   
Sunday, 08 November 2009

Der Iran in Jemen

 
 
Man wolle kämpfen, bis man die Huti Rebellen, diese „tyrannische, verräterische Söldnertruppe, zur Strecke gebracht“ habe. Die Kriegserklärung von Jemens Präsident Ali Abdallah Saleh ließ am Samstag keine Zweifel daran aufkommen, dass der sunnitisch geführte Jemen und das benachbarte Saudi Arabien diesmal entschlossen sind, einen Aufstand der schiitischen Minderheit in Nordjemen gewaltsam niederzuschlagen.

Seit August eskaliert eine neue Offensive der Regierung in der Mahalit Provinz an der Grenze zu Saudi Arabien. Hunderte Menschen, die genaue Zahl ist unbekannt, wurden getötet. Hilfsorganisationen schätzen, dass sich seit Beginn der Offensive rund 150.000 Menschen auf der Flucht befinden. Seit vergangener Woche wurde nun auch das Nachbarland Saudi Arabien in den Konflikt hereingezogen. Nachdem Huti-Rebellen mehrere saudische Dörfer in Grenznähe in ihre Gewalt gebracht hatten, eröffnete am Wochenende die saudische Armee den Krieg. Kampfflugzeuge bombardierten Dörfer und Stützpunkte der Huti Rebellen tief in jemenitischem Gebiet, Truppen wurden an der Grenze massiert, Artillerie beschießt seit Tagen Stellungen jenseits der Grenze. Laut Berichten in arabischen Medien haben saudische Soldaten die Grenze überschritten, Riad und Sana dementierten dies jedoch.

Seit Jahren kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen der schwachen Zentralregierung in Sana und verschiedenen Stämmen im Land, die sich nicht gern von Sana aus regieren lassen. Doch eine besondere Mischung von Faktoren im Norden des Jemens macht den Konflikt hier sehr brisant. Die Regierung Jemens und das verbündete Saudi Arabien werden von Sunniten dominiert, die größte Glaubensrichtung im Islam. Die Anhänger des Rebellenführers Abdulmalik al-Huti sind hingegen verarmte Schiiten, die Glaubensrichtung einer oftmals unterdrückten religiösen muslimischen Minderheit. Seit Jahren befürchten pro-westliche, sunnitische arabische Regime einen Aufstand ihrer schiitischen Minderheiten, ihrer Meinung nach Ausdruck des wachsenden Einflusses eines fundamentalistischen, machthungrigen schiitischen Irans.

Vor knapp zwei Wochen verhaftete der Jemen fünf Iraner, die versucht hatten, auf einem Schiff Waffen an die Huti Rebbellen zu schleusen. Der Vorfall schürt die Ängste vor einem Versuch des Irans, seine Macht durch Unterstützung schiitischer Minderheiten in der Golfregion auszubauen. Die saudische Presse berichtete diese Woche von Trainingslagern in Erithrea, in der iranische Revolutionswächter und Ausbilder der pro-iranischen Hisbollahmiliz Kämpfer der Huti und andere Aufständische drillen. Die Zeitung al-Watan zitierte einen übergelaufenen Rebellenführer, der behauptete, dass die Huti „unbegrenzte Unterstützung und Ausrüstung von den Revolutionswächtern“ erhalten. Jemen bezichtigt Teheran, hochrangige Kontakte zu den Rebellen zu pflegen, was der Iran bestreitet. Ein geplanter Besuch des iranischen Außenministers in Jemen wurde von Sana kurzfristig abgesagt. Solange in Mahalit die Waffen sprechen, sollen die Diplomaten schweigen.

© 2009 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

 

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