Add to Google

Bookmark Us
 
 
 
Syndicate
feed image
feed image
feed image
 


Resize Font
A+ | A- | Reset

Der nächste Vortrag
Termin: Ende Mai/Anfang Juni wieder auf Vortragsreise in Deutschland und der Schweiz
Ort: Hier finden Sie Details
Thema: Vielzahl von Themen!


Who's Online
We have 27 guests online
PDF Print E-mail
Written by Gil Yaron   
Thursday, 22 July 2010

Raketenabwehr umstritten
 

Der letzte Feldversuch des neu entwickelten Raketenabwehrsystem „Stahldom“ soll „alle Erwartungen überstiegen“ haben. „Dies ist ein Meilenstein“, sagte Verteidigungsminister Ehud Barack, Beobachter bezeichneten den Versuch als „atemberaubend“. Dem in Israel entwickelten System soll es gelungen sein, Kurzstreckenraketen in der Luft abzufangen. Damit wäre Israel der erste Staat der Welt mit einer funktionierenden Raketenabwehr. Die Entwicklung wurde nach dem Zweiten Libanonkrieg 2006 in die Wege geleitet, nachdem die libanesische Hisbollahmiliz ununterbrochen israelische Städte beschossen hatte. Der Krieg im Gazastreifen im Januar 2009, bei dem die Hamas ebenfalls ununterbrochen Städte beschoss, verlieh dem Projekt neue Dringlichkeit.

„Mit dem Stahldom können wir 80% der Raketen, die auf uns abgeschossen werden, abwehren“, sagte Baraks Stellvertreter Matan Vilnai. Doch längst nicht alle Beobachter sind so optimistisch. Sie kritisieren die hohen Kosten des Projekts: Jede Stahldom-Rakete kostet in etwa 30.000 US$, eine Batterie mit Radarsystemen rund 60 Million US$. Israel benötigt etwa 20 Batterien – ein finanzieller Aufwand, den der Staat sich kaum leisten kann. Die Kosten für die Angreifer liegen weitaus niedriger: Eine selbstgebaute Kassamrakete der Hamas kostet nur wenige hundert Dollar. Die Hamas und Hisbollah könnten Israel so in den Ruin rüsten, hieß es. Schon jetzt besäßen sie zehntausende Raketen, die Stahldom schlicht überwältigen könnten. Stahldom sei ferner nicht zur Abwehr von Granaten geeignet, mit denen die Dörfer um Gaza beschossen werden. Und noch wichtiger: Raketen, deren Flugstrecke kürzer sei als 4,5 Kilometer, blieben unangreifbar, weil dem System nicht genug Zeit zum Abschuss bleibt.

Militärexperte Alon Ben David weist diese Kritik zurück: „Die Kosten sind irrelevant: Man muss den Schaden berechnen, den die Raketen anrichten.“ Stahldom solle im Kriegsfall nicht die Städte absichern: „Das System soll einen Krieg verhindern, der durch einen Angriff mit wenigen Raketen ausgelöst werden könnte, wie damals in Gaza oder im Libanon“, sagt Ben David. Ein Krieg koste Israel Milliarden, im Vergleich dazu sei eine Stahldomrakete billig. „Nur 5% der Raketen aus Gaza fliegen weniger als 4,5 Km, bevor sie Israel erreichen. Zudem sind diese Raketen ungenau, und Stahldom erkennt, ob eine Rakete offenes Gebiet oder ein wichtiges Ziel treffen wird. Nur potentiell gefährliche Raketen werden abgeschossen. Das senkt die Kosten erheblich“, sagt Ben David.
Einen Wandel brachte Stahldom jedenfalls bereits zustande. Für Israel unüblich, machten Kritiker und Anhänger einander Zugeständnisse: Anhänger räumten ein, dass das System keine Wunderwaffe sei, die Israel hermetisch absichere. Die Kritiker gestanden den Entwicklern zu, in kürzester Zeit eine hervorragende technische Leistung vollbracht zu haben.

© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

< Prev   Next >
© 2012 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable