Home arrow Deutsche Artikel arrow Muslim zeigt Juden christliche Bruderliebe
Add to Google

Bookmark Us
 
 
 
NEWSLETTER




Syndicate
feed image
feed image
feed image
 
Tags

abbas   arabischen   aviv   bdquodie   fatah   gaza   gazastreifen   gil   hamas   iran   israel   israelis   israelische   israelischen   israels   jahr   jahre   jahren   jerusalem   juden   keine   krieg   making   netanjahu   palästinensischen   premier   regierung   sei   soldaten   soll   staat   stadt   tel   understandable   usa   welt   westjordanland   wollen   yaron   2009   2010  

Created with AkoCloud.
Gil Yaron im SPIEGEL


Resize Font
A+ | A- | Reset

Der nächste Vortrag
Termin: Vom 5.3. bis 15.3. auf Reise in Deutschland
Ort: Schauen Sie hier die Details nach
Thema: Vielzahl von Themen!

Das neue Buch



Who's Online
We have 41 guests online
PDF Print E-mail
Written by Gil Yaron   
Wednesday, 24 February 2010
Muslim zeigt Juden christliche Bruderliebe

Schon vor drei Jahren schockierte Mosab Jussuf Palästinena. Der Sohn eines der wichtigsten Gründer der radikal-islamischen Hamas flüchtete aus dem Westjordanland in die USA. Von dort erklärte er im Sommer 2008, dass er zum Christentum übergetreten sei – in den Augen vieler Muslime eine Todsünde, für Mosabs Familie eine kaum überwindbare Schande. Die Veröffentlichung seiner Memoiren kommende Woche werden seinen Übertritt aber schon fast nebensächlich erscheinen lassen: Jahrelang, so sagt Mosab, diente er als Agent des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet. Dies berichtete gestern exklusiv die israelische Tageszeitung Haaretz.

Anfangs wuchs Mosab in Ramallah im Westjordanland so auf wie alle seine palästinensischen Altersgenossen. Nach der Schule spielte er auf dem Stadtfriedhof neben seinem Haus Fußball, danach ging er zu Demonstrationen gegen die israelische Besatzung. Immer wieder hörte er die hasserfüllten Predigten seines Vaters. Nach dem Ausbruch der ersten Intifada 1987 füllte sich der Friedhof mit Gräbern von mehr und mehr Märtyrern, es war kein Platz mehr zum Spielen. Mosab nahm den Kampf gegen Israel auf und wurde 1996 verhaftet.

Im Gefängnis ereignete sich der entscheidende Wandel. „Ich sah mit eigenen Augen, wie Hamasführer Häftlingsinsassen folterten – berühmte Hamasführer, die heute jeden Tag im Fernsehen sprechen“, sagt Mosab. Ein zufälliges Treffen mit einem britischen Geistlichen brachte ihm das Christentum näher: „Besonders faszinierte mich die Idee, dass man seinen Feind lieben sollte“, sagt Mosab, der heute Joseph genannt werden will. Mosab begann, mit den Israelis zu kooperieren. 1997 kam er auf freien Fuß - seine unglaubliche Karriere als wichtigster Agent Israels in den Reihen der Hamas, Deckname „grüner Prinz“, konnte beginnen. „Ohne seine Hilfe wäre es uns kaum gelungen, die Terrorzellen der Hamas in der Zweiten Intifada (2000-2006) zu zerschlagen“, sagte ein hochrangiger Agent des Schin Bet zu Haaretz. Ein anderer Agent, der in dieser Zeit im Westjordanland arbeitete, konnte dies im Gespräch mit unserer Zeitung nicht bestätigen: er habe nie etwas vom grünen Prinzen gehört.

Trotzdem scheint Mosabs Buch mehr zu sein als der Wunsch, berühmt zu werden. In seiner Dienstzeit hatte er nie Geld verlangt, heute bringen ihn seine Geständnisse in Lebensgefahr. Er wolle Israel „ein Zeichen des Friedens senden“, sagte Joseph zu Haaretz. Er sei jedoch sehr pessimistisch, was die Chancen für Frieden beträfe:„Hamas wird nie Frieden mit Israel schließen. Ihr Gott verbietet ihnen das.“ Die ganze Gesellschaft heilige den Tod und Selbstmordattentäter. Mosab ist vor allem auf die Führung seines eigenen Volkes böse: „Wir Palästinenser sind gute Menschen, aber unsere Führung lügt uns an. Die Hamas tötet ständig Palästinenser. Sie haben keine Probleme damit, jemand in einer Moschee zu töten oder von einem Hochhaus zu werfen.“ Zivilisten würden auf schamlose Art missbraucht: „Die Hamas nutzt das Leid der Menschen, von Kindern, um ihre politischen Ziele zu erreichen.“ Für seinen ehemaligen Erzfeind findet der Sohn des Hamasführers hingegen warme Worte: „Ich respektiere und schätze Israel. Die Israelis würden so etwas nie tun. Ich weiß ganz genau – die sorgen sich mehr um die Palästinenser als die Fatah oder die Hamas“, sagt Mosab.

© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

Sie können hier das Buch von Mosab bestellen!

< Prev   Next >
© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable