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Written by Gil Yaron   
Friday, 19 February 2010
Mossad in Erklärungsnot

Dubais Polizeichef Dahi Khalfan Tamim ist völlig überzeugt: „Unsere Ermittlungen haben mit einer Sicherheit von 99 Prozent ergeben, dass der Mossad hinter dem Mord an Mahmud al Mabhuh steckt.“ Diese Aussage verwickelt Israel in diplomatische Schwierigkeiten, da das Einsatzteam, mindestens elf Personen, mit Hilfe gefälschter oder veränderter europäischer Pässe nach Dubai einreisten.

Zwei weitere verdächtige Palästinenser wurden in Jordanien verhaftet und an Dubai ausgeliefert. Die beiden Männer hatten in der Vergangenheit für eine Spezialeinheit des palästinensischen Geheimdienstes der Fatah, der politischen Rivalin der Hamas, gearbeitet. Diese Einheit war früher für den Kampf gegen die Hamas und die Ermordung hochrangiger Mitglieder berüchtigt. Die beiden Verdächtigen waren im Jahr 2007 aus dem Gazastreifen geflüchtet, nachdem die Hamas dort in einem gewaltsamen Putsch die Macht übernommen hatte. Ein weiteres Mitglied der Hamas soll unter dem Verdacht der Kollaboration mit Israel in Syrien verhaftet worden sein.

Unterdessen geht die Suche nach den vermeintlichen Mossad Agenten, die mit den gefälschten Pässen eingereist waren, weiter. Sechs der Pässe waren britisch, drei irisch, einer französisch und einer deutsch. Gestern (Donnerstag) luden die Außenministerien in London, Dublin und Paris den israelischen Botschafter vor, um eine Erklärung für den Missbrauch ihrer Pässe einzufordern. Laut diplomatischen Quellen plant auch Berlin, den israelischen Geschäftsführer zu einem Gespräch vorzuladen. Die gefälschten Pässe sind der einzige Hinweis, der den Mord in Dubai im Januar mit Israel verbindet: mehrere Pässe trugen die Namen und Nummern echter britischer und deutscher Staatsbürger, die vor Jahren nach Israel eingewandert waren. Die irischen Pässe waren auf fiktive Namen ausgestellt und trugen falsche Nummern. Nach den Gesprächen in Dublin und London erklärten Israels Botschafter, dass sie keine konkreten Informationen besäßen. Israel hat den Mord weder bestätigt noch abgestritten. „Ich weiß nicht, warum angenommen wird, dass ausgerechnet Israel diese Pässe genutzt hat“, sagte Israels Außenminister Avigdor Lieberman. Israel halte in Sicherheitsfragen an seiner Strategie der „Ungewissheit“ fest.

Die Details der Ermittlungen aus Dubai lassen aber erkennen, dass nur ein Geheimdienst über die notwendigen Ressourcen verfügt, um ein derart komplexes Unternehmen durchzuführen. Mabhuh, ein Gründer und hochrangiger Funktionär der Kassam Brigaden, des bewaffneten Arms der radikalislamischen Hamas, wäre für den Mossad ein lohnendes Ziel gewesen. Mabhuh war für die Entführung und den Tod zweier israelischer Soldaten verantwortlich. Vor seinem Tod organisierte er den militärischen Nachschub der Hamas und schmuggelte Waffen aus dem Iran, darunter auch Raketen, über den Sudan und Ägypten in den Gazastreifen. Mabhuh war am 20. Januar in einem Luxushotel in Dubai mit Stromschlägen kampfunfähig gemacht und danach erstickt worden.

Dubais Polizei behauptet, den Mord fast komplett rekonstruiert zu haben. Laut Angaben aus Dubai kommunizierten die Mörder mit Hilfe österreichischer SIM-Karten von T-Mobile und einem Verschlüsselungssystem mit einem Einsatzleiter in Österreich. Die Zentrale soll sich hier in einem IBIS Hotel befunden haben. Die fast lückenlose Überwachung zeigt die vermeintlichen Agenten, die sich mit Bärten, Brillen, Perücken und Baseballmützen unkenntlich machten. Manche von ihnen veränderten wiederholt ihr Aussehen, wurden dabei aber von Kameras erfasst. Wenige Stunden nach dem Mord an Mabhuh waren alle aus Dubai nach Europa, Südafrika und Hongkong abgereist. Seither fehlt von ihnen jede Spur.

© 2010 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable

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