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Written by Gil Yaron
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Thursday, 14 January 2010 |
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Mann von mehr als 30 Frauen
Seit 1993 betreibt der sonnengebräunte Mann mit dem üppigen grauen Haarschopf im Süden Tel Avivs sein Unwesen. Schon mehrmals wollten die Behörden dem schlauen Poligamist das Handwerk legen, doch stets konnte der verschwiegene Goel Razon seinen Hals wieder aus der Schlinge ziehen. Jetzt behauptet die israelische Polizei, ihn Dank eines neuen Gesetzes aus dem Jahr 2006 festgesetzt zu haben. Das Gesetz verbietet jede Form von Menschenhandel im weitesten Sinne. Razon wird vorgeworfen, seine vielen Frauen finanziell ausgebeutet und wie Sklavinnen gehalten zu haben. Darüber hinaus soll er sexuellen Missbrauch betrieben haben.
Die Beamten beschreiben Razons Großfamilie wie eine Sekte. Seine Frauen beteten ihn förmlich an. Manche tätowierten sich gar seinen Namen und Gesicht auf ihren Körper. Um das Zusammenleben in mehreren Häusern in Tel Aviv und einer Vorstadt zu regeln, verfasste Razon, der sich selbst als „Erlöser“ bezeichnete, ein eigenes Gesetzbuch. Frauen, die mit ihm zusammenleben wollten, mussten es vorher unterschreiben. Es legte Verhaltensregeln und Geldbußen für Vergehen fest. Demnach durften die Frauen nicht miteinander streiten. Kam es trotzdem zu Zwist, kostete das die Damen 400 € pro Kopf. Sie verpflichteten sich ferner, Razons Befehle unverzüglich auszuführen. Sie durften ihm nicht widersprechen und ihn „nicht nerven und zu nichts ausfragen“.
Die Behörden hatten in der Vergangenheit bereits mehrmals versucht, Razon vor Gericht zu stellen, doch lagen gegen den Gründer der eigenartigen Sekte keine Beweise vor. Seine Kinder seien immer „sehr gepflegt in die Schule gekommen“, sagten gestern Sprecher der Sozialdienste. Nachbarn beschreiben die Ehefrauen Razons als „sehr gebildete, fleißige Frauen“, auch Razon sei „ein stiller und sehr netter Mann.“ Die Ermittler zeichneten gestern jedoch ein anderes Bild. Polizeichef David Cohen sprach von „einer der schwersten Fälle in der Geschichte unseres Landes.“ Razon habe sich schwer an hilflosen Frauen und Kindern vergangen.
Aus seiner Haft weist Razon jede Schuld weit von sich. Sozialarbeiter haben 17 seiner Frauen und 32 Kinder in Aufnahmezentren untergebracht. Sie befürchten, dass manche seiner Anhängerinnen Selbstmord begehen könnten. Razons Rechtsanwältin war sich sicher, dass ihr Mandant bald wieder auf freiem Fuß sein und bei einer seiner 32 Frauen weilen wird.
© 2009 Gil Yaron - Making the Middle East Understandable
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